Drei militante Individualisten stehen auf der Bühne, alles andere als harmonisch.
So stellen sich bald auch allgemeinere Fragen, Fragen nach Rollen, Identitäten, Narzissmen und Autoritäten, nach Politik und Privatem.
"Improvisation", das heisst hier: Assoziatives, überraschendes Aneinanderreihen der Texte, mit allen Mitteln des Theaters.
Auf Storytelling-Nummern folgen leidenschaftliche Monologe, Talkshow-Parodien wechseln ab mit tragischen Momenten, es gibt eine Choreografie mit Spiegeln, Aktionen im Zuschauerraum und einiges zu lachen.
Diese "Improvisation" ist das Ergebnis einer achtwöchigen Probe-, Entwicklungs- und Neuentdeckungs-Arbeit.
Laut Max Frisch beginnt das Schreiben "mit einem lauteren und unbekümmerten Spieltrieb vorerst, mit einer Selbstverständlichkeit und Verwunderung zugleich, dass uns etwas einfällt, mit einer geradezu natürlichen Machlust, naiv und rücksichtslos, verantwortungslos. Man fängt einfach an. Genauer: Es hat schon angefangen."
Lässt sich das aufs Theaterspielen übertragen?
Im Zentrum des Projekts steht das Theater in Frischs Kopf, also die Prosa: "Stiller", mit der geheimnisvollen Julika-Figur, "Homo Faber", die "Tagebücher", die "Holozän"-Erzählung.
Die Zusammenstellung der Gruppe ist ad hoc: Menschen aus der Berner, Solothurner und Aargauer Theaterszene treffen auf einen spannenden Auslandschweizer.
Doraine Green, die Regisseurin, stammt aus England und hat viel Sinn für Komik, Musikalität und Choreografie.
Sie hat sich u.a. mit der ersten Show der "Geschwister Pfister" und mit ihrem "Action Theatre London" einen Namen gemacht.
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